Es ist wieder soweit. Selbst im staubtrockenen
Preußen erobern Narren mit Schlachtrufen wie
"Donner Wittstock" oder "Rhinland Alaaf" ganze
Landstriche. Anführer der närrischen Bande
- königliche Hoheiten für eine Saison.
Prinz Klaus
"Prinzessin Ute die Daheimgebliebene und Prinz
Klaus der Weitgereiste."
Prinzenpaar und Funkengarde gibt es in Fehrbellin
seit 1954. Anfangs wollte sie niemand haben,
schon aus geografischen Gründen.
Marianne Sternbeck
"Rhein und Rhin ist zweierlei."
Unbestritten ist der Rhin nicht der Rhein;
die Fehrbelliner Kirche kann sich im Kölner
Dom verstecken. Aber soll die Stadt, in deren
Nähe große Schlachten geschlagen wurden, deshalb
auf Frohsinn verzichten? Nein. So kommt es
1954 zur Bildung einer närrischen Eingreiftruppe
unter Führung von Marianne Sternbeck.
Marianne Sternbeck
"Und dann hatten wir noch ein Lied gedichtet.
In Fehrbellin ist Hundeball in diesem Jahr
mit Karneval. Konfetti mit der Schere geschnitten,
weil es ja nichts gab. Und dann sind wir hier
mit Pferd und Wagen, von dieser Seite aus,
in den Saal gekommen."
Seitdem gibt es den Fehrbelliner Karneval
Klub - kurz FKK genannt. Nicht zu verwechseln
mit der Frei-Körper-Kulturbewegung in der
DDR. Wochenlang stricken die 35 hauptamtlichen
Narren an Parodien und Sketchen, nähen Kostüme
und üben Tanzschritte. Ihr diesjähriges Motto:
Der FKK besucht Nationen, die auf dieser Erde
wohnen.
Nach dem Superstar verdächtigen Auftritt der
jüngsten FKK Mitglieder, gibt es nur noch
eine Steigerung: das Männerballett die "Hupfdollis".
Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich neben
dem rheinländischen Karneval ein völlig eigenständiger
rhinländischer Karnevaltyp etabliert.