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Fehrbellins Narren feierten alternativ
KARNEVAL: Gartenparty ohne Garten
FEHRBELLIN - Karneval? Sich in ulkige Kostüme zwängen und vielleicht auch noch eine rote Nase ins Gesicht binden? Damit wollten die meisten Gäste im Fehrbelliner Hof am Sonnabend nichts zu tun haben. Gut, sie waren zur Feier des Karnevalsvereins gekommen – aber doch nicht, um Karneval zu feiern.
„60 Prozent der Leute, die hier sitzen, würden zu einer normalen Karnevalsveranstaltung nicht kommen“, sagt Tom Berger und lässt seinen Blick über die voll besetzten Tische im Saal der Fehrbelliner Gaststätte schweifen. Berger ist Programmdirektor des Fehrbelliner Karnevalsklubs und weiß, dass nicht alle das Narrenspiel mögen. Damit haben die Fehrbelliner Karnevalisten kein Problem – und bieten jedes Jahr zum Auftakt der Session eine Alternative an. In der gibt es nur ein ganz kleines bisschen Karneval und fast gar keine Kostüme.
Eigentlich sollte es eine Gartenparty werden. Weil es im November aber recht kühl sein kann, haben die Narren das Fest nach innen verlegt. Der Saal im Fehrbelliner Hof war geschmückt wie ein Schrebergarten mit Liegestuhl, Blumen, einer Sonne und vielen Lichterketten. „Der Karneval in Fehrbellin ist schon immer etwas anders gewesen“, sagt Brigitte Sternbeck, die Frau vom Ortsbürgermeister Jürgen Sternbeck.
Da schmetterte etwa ein Horst-Schlämmer-Double Roland Kaisers „Amore Mio“ auf typische Horst-Schlämmer-Art durchs schiefe Gebiss. Und der auferstandene Bob Marley tanzte mit entblößtem Po vor der Bühne, während er ins Mikrofon sang: „No Woman No Cry“.
Wirklich närrisch wurde es erst kurz vor Mitternacht. Punkt elf Uhr elf stürmten die Funken des FKK die Tanzfläche. Das Prinzenpaar forderte schließlich doch noch den Schlüssel zur Stadt ein und reichte den gleich weiter an seine Nachfolger: ihre Majestäten Prinz Heino, den Feuchtfröhlichen, und Prinzessin Leo, die Stürmische. Eine Viertelstunde Karneval musste in Fehrbellin an diesem Abend aber reichen. (Von Reyk Grunow und Antje Schumann)
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