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FASCHING: Im Rhinland sind die Hexen los
Fehrbelliner feiern Karnevalsauftakt
FEHRBELLIN - Der „Fehrbelliner Hof“ drohte am Samstagabend aus den Nähten zu platzen: Grund waren 150 karnevalswütige Rhinstädter, die mit dem Fehrbelliner Karneval Klub (FKK) den Auftakt in die närrische Zeit feierten.
Unter dem Titel „Das FKK-Märchenland ist fest in Narrenhand“ präsentierten die 40 Jecken ihr neues Programm. Neben krächzenden Hexen und neumodischen Gretelchen, feierten die kostümierten Zuschauer auch den Auftritt ihres Ortsbürgermeisters Jürgen Sternbeck. Er stapfte zu Beginn als einer der Sieben Zwerge durch den Saal, musste aber schon kurz darauf die Rolle wechseln.
Noch viermal ist in den kommenden Wochen der märchenhafte Narrenulk zu sehen. Wer noch keine Karte hat, muss sich allerdings sputen: Die Veranstaltungen sind bis auf wenige Restkarten ausverkauft. (jf)
Willkommen auf dem Märchenspielplatz Karneval Fehrbellins
Jecken ließen zu ihrer Programm-Premiere die Sieben Zwerge und andere alte Bekannte aufmarschieren
Auf dem Märchenplatz der Fehrbelliner Narren ging’s am Sonnabend rund: Die Hexe vom Autobahn-Grill kidnappte Hänsel und Gretel, Rap Unzel lud zur Tupper-Party und aus Schneeweißchen und Rosenrot wurden fetzige Rockröhren.
Von Juliane Felsch
FEHRBELLIN: Nur Jacob und Wilhelm Grimm hatten am Sonnabend noch gefehlt: Mit einem Notizbuch aufmerksam, aber abseits des großen Fehrbelliner Faschingulks sitzend – in die Jahre gekommene Studenten wie man sie vom Bild des 1000-D-Mark-Scheins noch kennt.
Ansonsten gingen die knapp 40 Narren des Fehrbelliner Karneval Klubs (FKK) mit beinahe kompletter Grimm’scher Märchenbuchbesatzung an den Start: Die Sieben Zwerge, Hänsel und Gretel, Rapunzel und Schneewittchen marschierten im Laufe des Abends in der Vereinsspielstätte „Fehrbelliner Hof“ auf – allerdings in einem für das 21. Jahrhundert tauglichen Format, versteht sich.
Bildlich gesprochen: Die Narren haben ihre Märchenfiguren nicht mit altem Werkzeug, sondern mit Turbo-Akkuschraubern und Profi-Sägen aus ihrer Fantasie geschnitzt. Heraus kam dabei so was: Kevin-Justin-Jason und Mercedes-Celina-Jaqueline, Hänsel und Gretel von heute, besuchen den Montessori-Kindergarten. Ihre Eltern leben von Hartz-IV. Gerade warten sie auf den nächsten Bescheid und schlürfen Schampus – die Kinder bekommen Gießkannenwasser.
Spitz und verquer war der Karneval ja schon vor Jahrhunderten, als in manch Kirchlein der Schlüsseltausch die gesetzesfreie Zeit ankündigte. In Fehrbellin verhält sich’s da ein bisschen anders: Saison, so steht es samt Ausrufezeichen in der Pressemappe, ist vom 1. Januar bis 31. Dezember. Schlüsselübergabe am 11.11.? Kann man machen, muss man nicht. Büttenreden entfallen seit Jahr und Tag – auch bei der diesjährigen Programm-Premiere kein ironisches Wort über Miss Merkel und Mister „Yes we can“.
Warum auch in die Ferne schweifen, sagt sich der FKK, das Gute liegt so nah. Folgerichtig setzen die nämlichen Eltern ihren Nachwuchs an der Autobahnraststätte Linumer Bruch aus. Während sich der deutlich zurückgebliebene Hänsel und seine Schwester, die einer Dolly-Buster-Fabrik entsprungen scheint, bei „Mc Doof“ vergnügen, machen sich die Eltern aus dem Staub. Die Hexe, die an der A 24 einen Hähnchen-Grill betreibt, hat freie Fahrt – und großen Appetit.
Für ein Happy End – auf alles Klassische will der FKK dann auch nicht verzichten – sorgt Fehrbellins Ortsbürgermeister Jürgen Sternbeck. Als Vater hat er doch Mitleid – und rettet Hänsel und Gretel rechtzeitig, ehe der übermotivierte TV-Koch sie zu einem Menü mit Mischgemüse und Kroketten verarbeiten kann.
Nun: Dieses war der erste Streich. Rap Unzel und Schneewittchen folgen so gleich. Allesamt heiß und innig umjubelt von Fehrbellins Karnevalgängern, die sich in diesem Jahr derart um die Eintrittskarten rissen, dass der Verein sogar eine Warteliste eingerichtet hat.
info Die FKK-Narren treten noch einmal auf am 31. Januar, 7., 14. und 21. Februar. Wenige Restkarten gibt es noch unter Tel. 033932/7 06 55.
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