| Warum Märchen erzählen?
(Ein Vorwort zum Programm)
Fast wäre es uns auch passiert: Vor lauter moderner Märchen, wie der Suche nach den versunkenen Banken-Schatzinseln oder der Krönungsfeier des neuen US-Präsidenten, kamen uns fast die richtigen alten Märchen abhanden. Doch irgendwie in einem Anfall kindlicher Fantasie taten sich plötzlich märchenhafte Parallelen zu manch alltäglicher Situation oder Tagesnachricht auf. Jedoch: Wie soll man ein in alter deutscher Sprache verfasstes Märchen, zudem durchsetzt mit heute jugendgefährdend eingestuften Qual- und Mordszenen, für die heutige Gesellschaft verständlich auslegen? Schwierige Situation für den FKK.
1) »Abgesang zum märchenhaften Auftakt«
Schon hatten wir den Abgesang auf die alten Märchen als Eröffnungslied gereimt (nach »Mein Freund der Baum« von Alexandra): »Die Märchen sind nicht mehr. Der Abschied fällt mir doch so schwer. Fort sind sie nun, es ist zu spät. Den Kids von heut wird nicht vermittelt, wie klein Hänschen wird gegretelt. Ein cooler Wind vorüber weht. Action und Fun sind unser Leben. Denn so ein armer Märchenritter, hat nichts von VIVA-Pop und Glitter. Wer wird mir nun die Ruhe geben, die ich in deinen Zeilen fand. Mein Märchenprinz ist mir verloren, der mit der Kindheit mich verband. Die Märchen sind nicht mehr. Der Abschied fällt mir doch so schwer...«
Was hätten wir auch für moderne Märchen selber verfassen sollen? Etwa Märchen von Konjunkturpaketen oder wundersamer Vermehrung der Einkommen? Das will nun auch keiner mehr hören. Doch schon war die Jugend unseres FKK zur Stelle und kramte in poppiger Sprache ihre Erinnerungen an Hänsel und Gretel, Rapunzel, Schneewittchens sieben Zwerge und andere Märchen aus ihren Kindertagen hervor. So war die Idee geboren, all diesen Märchenfiguren neues modernes Alltagsleben einzuhauchen.
Den Auftakt dazu geben unsere FKK-Märchenprinzessin Ariane die Adelige und unser FKK-Märchenprinz Renee der Royale in Begleitung ihrer Garde. |